Alle Bilder lassen sich durch Anklicken in hoher Auflösung öffnen.
Zwei Stationen, ein Ereignis
Während Tabea Mann, Anja Holm, Milos Provci und Christian Ambros das Event mit den Schülerinnen Amelie, Fritzi und Seoyeon des Schillergymnasiums Münster von der Burganlage „Castell d‘Alcalà de Xivert“ bei Valencia verfolgten, positionierte sich Paul Breitenstein rund 300 Kilometer nordwestlich an der Ruine „Castillo de Ayud“ bei Calatayud.
Hier sind die packenden Berichte unserer beiden Stationen:
Station 1 (Küste): Wolken-Zittern und das Grillen-Phänomen
Von Tabea Mann
Da die Finsternis kurz vor Sonnenuntergang im Westen stattfinden sollte, wählten wir die historische Burg oberhalb der Küste als Aussichtspunkt. Doch die Natur machte es spannend: Eine riesige Wolke versperrte uns komplett die Sicht. Gemeinsam mit anderen Reisenden bangten wir im Sekundentakt. Den Beginn der partiellen Phase verpassten wir dadurch komplett – doch das Hauptspektakel wollten wir unbedingt erleben.
Das Timing war filmreif: Erst 15 Minuten vor der Totalität riss die Wolkendecke auf! Schnell die SoFi-Brillen aufgesetzt und die mitgebrachten Smart-Teleskope startklar gemacht. Während der SEESTAR S50 wegen der schon sehr schmalen Sonnensichel Schwierigkeiten hatte, meisterte der DWARF 3 die Herausforderung perfekt und fing fantastische Aufnahmen der Totalität sowie ihrer zeitlichen Umgebung ein.
Neben den Bildern war das Naturerlebnis spektakulär: Mit schwindendem Licht drehten die Grillen auf der Burg voll auf, um kurz nach der Totalität schlagartig zu verstummen. Spannend dabei: Ein Stück weiter den Berg hinunter ignorierten die Grillen die Dunkelheit komplett. Die anderthalb Minuten der Totalität verstrichen wie im Fluge, bevor die verfinsterte Sonne endgültig hinter dem Horizont versank. Ein unvergessliches Erlebnis!
Station 2 (Landesinnere): Sahara-Staub und der Teleskop-Härtetest
Von Paul Breitenstein
An der Ruine bei Calatayud war das Wetter stabiler. Der Himmel war zwar durch Sahara-Staub dunstig, aber frei von Wolken in Beobachtungsrichtung. Die echte Herausforderung an diesem Standort waren heftige Windböen und extreme Hitze.
Im Gepäck: Zwei DWARF 3 und ein DWARF mini. Die dazugehörigen Stative hatten wir wegen des begrenzten Fluggepäcks zu Hause gelassen – ein Fehler, der dem DWARF mini zum Verhängnis wurde. Durch seine aufrechte Bauform und das geringe Gewicht kippte er im Wind mehrfach um, sodass wir ihn sicherheitshalber einpacken mussten. Die flacheren DWARF 3-Geräte hielten den Böen problemlos stand. Das verbleibende Zittern der Aufnahmen ließ sich im Nachgang digital stabilisieren.
Zweites Problem: Die enorme Sommerhitze ließ die Geräte glühen. Aber sie hielten durch. Dank zweier Powerbanks lief die Stromversorgung durchgehend stabil. Für die Zukunft haben wir gelernt: Bei solchen Bedingungen ist eine improvisierte Verschattung oder Kühlung Pflicht, um auch den Autofokus zu entlasten.
Unser Video
Unser Video zur totalen Sonnenfinsternis 2026 fasst die Eindrücke beider Stationen zusammen:
Das Video wurde bewusst nur mit einfachen schulischen Mitteln zusammengestellt. Ohne tiefergehende astronomische Nachbearbeitung ist das Ergebnis dennoch ein absoluter Volltreffer und ein toller Erfolg für unser Projekt!
Fazit
Die anderthalb Minuten der Totalität verstrichen wie im Fluge – ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. Trotz Wolken an der Küste, Windböen im Landesinneren und extremer Hitze konnten wir fantastische Aufnahmen und Erinnerungen mit nach Hause nehmen.